Zeitlupe | Jamilia Jazylbekova

by admin, 10. August 2019

Zeitlupe | Jamilia Jazylbekova

So., 29. September 2019 | 18.30 Uhr
Sprengel Museum Hannover

Jamilia Jazylbekova Aikyon (2005)
Akira Nishimura Threnody (1998)
Helmut Lachenmann Pression (1970)
Kaija Saariaho Sept Papillion (2000)

Interpretiert von Dirk Wietheger, Cello

Im Gespräch mit Jamilia Jazylbekova: Egbert Hiller, Autor und Musikjournalist

Die Zeitlupe im September widmet sich der Komponistin Jamilia Jazylbekova und ihrem Werk Aikyon für Cello und Zuspielung.
Das Stück erklingt in der Zeitlupe im September zwei Mal. Zwischendurch spricht Egbert Hiller mit der Komponistin über ihre Arbeitsweise und insbesondere über das Stück. Diese Einführung soll dem anwesenden Publikum die Ohren öffnen, wenn das Stück zum zweiten Mal gespielt wird.
Ergänzend sind weitere Kompositionen für Cello solo zu hören, die Aikyon dadurch kommentieren und in einen Kontext setzen.

Hiller arbeitet seit 1996 als freier Autor für Rundfunkanstalten, Konzerthäuser und Festivals mit den Schwerpunkten „Romantik“, frühe „Moderne“, zeitgenössische Musik und Musiktheater.

Jamilia Jazylbekova wurde in Kaskelen/ Kasachstan geboren und studierte Komposition und Musiktheorie am Moskauer P.-I.-Tschaikowski-Konservatorium bei Nikolai Sidelnikov und Vladimir Tarnopolski. Anschließend setzte sie ihr Studium an der Hochschule für Künste Bremen bei Younghi Pagh-Paan fort, außerdem studierte sie Analyse und elektronische Komposition bei Günter Steinke und Gesang bei Maria Kowollik.
Die Komponistin erhielt zahlreiche Stipendien, Auszeichnungen und Kompositionsaufträge, die sie unter anderem nach Italien in die Villa Massimo, nach Spanien und in die Villa Aurora nach Los Angeles führten. Ihre Werke wurden auf zahlreichen internationalen Festivals aufgeführt, Kompositionsaufträge erfolgten durch das MaerzMusik Festival, Deutschlandfunk, Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Casa da Música Porto u.a..

Der Stücktitel des zentralen Werks Aikyon ist eine Wortschöpfung aus dem Kasachischem: ai – der Mond, kyn – die Sonne. Zuspielband und Cello treten als Gegensätze auf, die einander ergänzen und eine Einheit bilden. Gleichzeitig ist es auch ein Liebesbekenntnis, das ausdrücken soll: Du bist für mich ein Universum, der Mond und die Sonne, Ganzheit, Licht und Dunkelheit. Das Werk wurde 2005 im Auftrag der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen geschrieben.

Der Cellist Dirk Wietheger, 1972 geboren, wird die unterschiedlichen Werke am 29. September interpretieren. Er studierte an der Hochschule für Musik Detmold bei Gotthard Popp und Karine Georgian, danach an der Hochschule für Musik und Theater Hannover bei Klaus Heitz. Anschließend besuchte er die Meisterklasse von Xenia Jankovic an der Hochschule für Musik Würzburg. Er ist Cellist des Ensemble Musikfabrik und damit ein gefragter Spezialist zur Interpretation Moderner Musik.


Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
30169 Hannover

Eintritt: 10 € / erm. 5 €  / 3 € mit Hannover Aktivpass


Jamilia Jazylbekova (Foto © Jana Madzigon)